KwaZulu-Natal 🇿🇦
Inhalt
Im frühen 19. Jahrhundert lebten die Zulu als einer von vielen kleinen Nguni-Clans im heutigen KwaZulu-Natal, Südafrika.
Um 1816 übernahm Shaka, Sohn des Häuptlings Senzangakhona, die Führung und begann, die verstreuten Stämme zu vereinen. Innerhalb weniger Jahre schuf er ein Reich, das weite Teile des südlichen Afrika prägte und in seiner militärischen Organisation und politischen Machtstruktur einzigartig war.
King Shaka
Shaka verwandelte sein Volk in eine disziplinierte Kriegergesellschaft. Er führte neue Taktiken ein, etwa den kurzen Stoßspeer iklwa für den Nahkampf, und gliederte seine Männer in feste Regimenter mit klarer Hierarchie. Kämpfe wurden nicht mehr in lockeren Formationen geführt, sondern in geschlossenen Reihen, die den Gegner einkreisten: eine Taktik, die als „Büffelhorn“ bekannt wurde.
Unter seiner Führung entstanden befestigte Militärdörfer, in denen Krieger gemeinsam lebten und ausgebildet wurden. Doch Shakas Herrschaft war von zunehmender Härte und Misstrauen geprägt.
Nach dem Tod seiner Mutter verfiel er in Gewaltausbrüche und ließ zahlreiche Untergebene töten. 1828 wurde er schließlich von seinen Halbbrüdern Dingane und Mhlangana ermordet.
Shaka's Rock
Unsere Reise entlang der historischen Zulu-Schlachtfelder begann an Shaka’s Rock, einer steilen Küstenklippe an der Dolphin Coast nördlich von Durban.
Der Ort ist eng mit dem Namen des Königs verbunden und soll einst als Versammlungsplatz seiner Krieger gedient haben. Hier soll Shaka neue Formationen erprobt, seine Männer inspiziert und über ihre Loyalität entschieden haben.Der Legende nach mussten Verräter oder Feiglinge den Sprung in die Tiefe wagen, während die Mutigsten für ihre Tapferkeit geehrt wurden.
Heute ist Shaka’s Rock ein stiller Aussichtspunkt über dem Indischen Ozean, doch im Wind scheint noch etwas von der Strenge jener Zeit zu liegen. Von hier aus führte uns unsere Route weiter zu den Orten, an denen sich Jahrzehnte später das Schicksal des Zulukönigreichs entscheiden sollte.
Fort Nongqayi Historical Museum
Einen perfekten Einstieg in unsere Reise bot das historische Museum von Eshowe. Es ist untergebracht in einem alten britischen Fort von 1883, das ursprünglich der barfüßigen Zulu-Polizeieinheit der Nongqayi diente (nach dem Anglo-Zulu-Krieg).
Die Ausstellung bietet einen verständlichen Überblick über die Geschichte der Zulu, von Shakas Aufstieg und den Königen nach ihm bis hin zum Anglo Zulu War und der späteren Nutzung des Forts.
In der nachgebauten Kapelle erfährt man einiges über die Missionarsgeschichte der Region und dem Norweger Hans Schreuder, dem König Mpande 1854 erlaubte die erste Mission zu bauen.
Anschließend konnte man noch das Vukani Craft Museum besuchen, eine Galerie mit regionalem Kunsthandwerk, das Teil eines Projekts ist um junge Menschen wieder an die traditionelle Zulukunst heranzuführen.
Für uns war dieser Ort der ideale Ausgangspunkt, um die Region und ihre Geschichte zu verstehen, bevor wir die Schauplätze der kommenden Tage erkundeten.
KwaBulawayo - Shaka's Home
Auf einem Hügel bei Eshowe liegt heute das KwaBulawayo Cultural Centre, errichtet neben dem ursprünglichen Standort von Shakas erstem königlichen Homestead.
Hier formte er seine Krieger, entwickelte seine militärischen Reformen und schuf die Grundlagen des Zulukönigreichs. Der Name kwaBulawayo bedeutet Ort des Tötens und erinnert an die strenge Disziplin, die seine frühe Regierungszeit prägte.
Besucher können rekonstruierte Hütten und den traditionellen Viehkraal sehen, auch wenn sie nur einen kleinen Teil der einstigen Anlage wiedergeben. In den 1830er Jahren war kwaBulawayo eine der größten Siedlungen Afrikas, mit rund 1500 Hütten und einem weiten Paradeplatz, der von einer kilometerlangen Palisade geschützt wurde. Der zentrale Kraal galt als heiliger Bereich und war Männern vorbehalten. Die rekonstruierten Bauten folgen der klassischen Zuluarchitektur aus Holzrahmen, geflochtenem Gras und gewölbten Strohdächern, während die Viehhürden den typischen runden Grundriss zeigen. Von hier aus öffnet sich der Blick in das Mhlatuze Valley, das einst das Zentrum von Shakas Macht bildete.
Coward's Bush
Nicht weit von Shakas Kraal liegt ein weiterer Ort, an dem der König der Legende nach den Mut seiner Männer prüfte. Wer in seiner Anwesenheit Furcht zeigte, soll sich in die Dornen eines Kei-Apfelbaums werfen müssen, der bis heute an dieser Stelle steht. Wer auch diese Prüfung nicht bestand, wurde nach kwaBulawayo gebracht, dem Ort des Tötens, und dort hingerichtet.
Heute markiert ein steinerner Sockel den Platz und trägt Inschriften in Zulu, Englisch und Afrikaans. Der dornige Busch steht noch immer da, still und unbeweglich, ein lebendiges Zeugnis der Härte und Disziplin, die einst das Leben der Zulukrieger bestimmten.
Die Erben Shakas
Sein Halbbruder und Mörder Dingane folgte Shaka als König, verlegte die Hauptstadt nach uMgungundlovu und versuchte, Shakas Erbe zu festigen. Sein Konflikt mit den Buren endete 1838 in der Niederlage bei Blood River, worauf sein Halbbruder Mpande mit Unterstützung der Buren den Thron übernahm.
Mpande herrschte über drei Jahrzehnte lang vergleichsweise friedlich und bewahrte das Reich trotz wachsender europäischer Einflüsse. Nach seinem Tod 1872 bestieg Cetshwayo den Thron.
Er erneuerte das Heer und stellte die Unabhängigkeit der Zulu wieder her, doch sein Aufstieg führte zum Krieg mit dem britischen Empire. Der Sieg von Isandlwana 1879 brachte kurz Ruhm, aber keine Zukunft – das Königreich wurde zerstört, Cetshwayo gefangen genommen und später entmachtet.
Mehr zu der Zeit nach Shaka und den Kriegen gegen die Europäer folgt bald in weiteren Blogartikeln!
Wie kommt ihr hin?
- Shaka’s Rock bei Google Maps,
Koordinaten: 29°31’11.8″S 31°13’45.4″E - Fort Nongqayi Historical Museum bei Google Maps, Koordinaten: 28°54’13.1″S 31°26’48.1″E
- KwaBulawayo Cultural Centre bei Google Maps, Koordinaten: 28°46’52.1″S 31°37’27.5″E
- Coward’s Bush bei Google Maps, Koordinaten: 28°46’32.7″S 31°37’52.4″E
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