
Eyjafjörður 🇮🇸
Bei klirrender Kälte und scharfem Wind erreichten wir im August 2024 Gásir: den wichtigsten mittelalterlichen Handelsplatz im Norden Islands.
Vom 12. bis ins 15. Jahrhundert trafen sich hier im Sommer ausländische Händler und Menschen aus Island, um Waren auszutauschen. Gásir war nicht nur Markt, sondern auch Werkstatt, Anlaufpunkt für Reisende und ein Ort für Schiffreparaturen. Die wichtigsten Exportwaren waren Wolle, Felle, Fleisch, Schwefel und Jagdfalken.
Die Sturlunga saga berichtet bereits 1191: „In jenem Winter lagen Schiffe bei Gásir, und im Sommer darauf fand dort ein großer Handelsmarkt statt.“
Im 14. Jahrhundert kamen die meisten Schiffe aus Bergen in Norwegen. Später übernahmen Engländer und dann Deutsche den Handel, sie waren besonders interessiert an isländischem Fisch. Nach Gásir kamen nicht nur Kaufleute und Handwerker, sondern auch isländische Chieftains, Bischöfe, Bauern und alle, die etwas verkaufen oder tauschen wollten.
Da der Platz nur saisonal genutzt wurde, gab es keine festen Wohngebäude, nur einfache und temporäre Buden. Sie bestanden aus Erdvertiefungen mit Grassodenwänden und Stoffplanen als Dächer. Manche Böden waren mit Steinplatten ausgelegt, viele Buden hatten Sitzbänke und Feuerstellen und waren durch schmale Gänge verbunden. Nur die kleine Holzkirche mit ihrer Torfmauer war dauerhaft aus Holz gebaut.
Um 1400 verschwand Gásir. Der Hafen versandete, die Handelswege änderten sich, und der Ort wurde aufgegeben. Heute sind die Fundamente der Kirche mit Hofmauer sowie Reste zweier Buden nahe der Küstenlinie sichtbar. Jedes Jahr im Juli findet hier eine Reenactment-Veranstaltung statt, die die Geschichte des Ortes lebendig hält.

Wie kommt ihr hin?
- Gásir bei Google Maps,
Koordinaten: 65°46’58.3″N 18°10’01.1″W
Website: Website des Museums
Zur Veranstaltung: Facebook
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